- Fehler sind häufig – jede Angabe sollte sorgfältig geprüft werden.
- Einspruchsfrist: nur ein Monat ab Bekanntgabe des Bescheids.
- Auch zu niedrige Bescheide können später korrigiert werden – wichtig für langfristige Planungssicherheit.
- Steuerbescheid ist ein Verwaltungsakt – Sie haben Rechte, Pflichten und Rechtsmittel.
- Anwaltliche Prüfung verhindert finanzielle Nachteile – besonders bei hohen Summen oder komplexen Angaben.
Was ist ein Steuerbescheid überhaupt?
Der Steuerbescheid ist ein schriftlicher Verwaltungsakt des Finanzamts. Er teilt verbindlich mit, wie hoch die festgesetzte Steuer für einen bestimmten Zeitraum ist (etwa Einkommensteuer, Körperschaftsteuer oder Umsatzsteuer).
Er enthält u. a.:
- die ermittelten Einkünfte bzw. Bemessungsgrundlagen
- die festgesetzte Steuer
- Anrechnungen (z. B. bereits gezahlte Vorauszahlungen)
- den Erstattungs- oder Nachzahlungsbetrag
- eine Rechtsbehelfsbelehrung
Wichtig zu wissen: Ein Steuerbescheid ist rechtlich bindend; aber nur, wenn Sie nicht fristgerecht widersprechen. Wer den Bescheid ungelesen in der Schublade verschwinden lässt, verzichtet auf mögliche Korrekturen und riskiert finanzielle Nachteile.
Warum so viele Steuerbescheide fehlerhaft sind
Es wirkt überraschend, aber in der Praxis passieren Fehler häufiger, als man denkt. Gründe dafür sind:
- Automatisierte Systeme: Viele Angaben werden maschinell verarbeitet – kleine Eingabefehler haben große Auswirkungen.
- Unvollständige oder verspätete Datenübermittlung (z. B. Arbeitgeber, Versicherungen, Banken).
- Komplexe steuerrechtliche Regelungen, die falsch interpretiert werden können.
- Schätzungen durch das Finanzamt, wenn Unterlagen fehlen oder unklar sind.
- Missverständnisse zwischen Steuerpflichtigen und Finanzamt.
Laut Erfahrungswerten aus Kanzleien lohnt sich die Prüfung besonders bei:
- außergewöhnlichen Belastungen, Werbungskosten, Sonderausgaben
- Selbstständigkeit oder mehreren Einkunftsarten
- Immobilien (Vermietung, Abschreibungen, Modernisierungskosten)
- Kapitalerträgen oder ausländischen Einkünften
- geänderten Lebenssituationen (Heirat, Scheidung, Kinder, etc.)
Einspruch gegen den Steuerbescheid: So funktioniert das Verfahren
Die wichtigste Frist lautet: Ein Monat nach Bekanntgabe des Bescheids. Als bekannt gegeben gilt er in der Regel drei Tage nach dem Datum auf dem Bescheid.
Ein Einspruch kann schriftlich oder elektronisch eingereicht werden. Wichtig:
- Der Einspruch muss keine Begründung enthalten. Diese kann nachgereicht werden.
- Die Steuer ist dennoch zunächst fällig, außer es wird Aussetzung der Vollziehung beantragt.
- Das Finanzamt überprüft den gesamten Bescheid erneut, nicht nur den angefochtenen Teil.
Eine anwaltliche Begleitung ist besonders wichtig, wenn hohe Summen im Raum stehen, komplexe steuerrechtliche Fragen ungeklärt sind oder der Steuerbescheid auf Schätzungen des Finanzamts beruht. Auch bei Einkünften aus mehreren Quellen sowie in Situationen, in denen eine Betriebsprüfung droht oder bereits läuft, ist fachkundige Unterstützung dringend zu empfehlen. Ein Anwalt stellt dabei nicht nur sicher, dass alle formalen Anforderungen und Fristen eingehalten werden, sondern setzt vor allem auch inhaltlich durch, was rechtlich korrekt und für den Mandanten geboten ist.

Ob unerwartete Steuernachforderung, Betriebsprüfung oder Konflikte mit dem Finanzamt – bei steuerrechtlichen Herausforderungen brauchen Sie eine kompetente und erfahrene Partnerin an Ihrer Seite. Jeanette Groß steht Ihnen mit fundierter Fachkenntnis und persönlichem Einsatz zur Seite.
Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Situation analysieren und die passende Lösung für Ihren Fall finden.
Welche Arten von Steuerbescheiden gibt es?
1. Vorläufiger Steuerbescheid
Der Bescheid enthält Hinweise, dass bestimmte Punkte nur vorläufig entschieden wurden (häufig bei offenen Gerichtsverfahren oder unklarer Rechtslage). Vorteile: Er kann später leichter angepasst werden.
2. Geänderter Steuerbescheid
Er wird erlassen, wenn das Finanzamt neue Tatsachen oder Fehler erkennt. Das geschieht etwa, wenn Arbeitgeber oder Versicherungen Daten nachträglich korrigieren.
3. Schätzungsbescheid
Wenn Angaben fehlen oder Erklärungen nicht abgegeben wurden, schätzt das Finanzamt die Werte – meist zu Ungunsten der Steuerpflichtigen.
4. Nullbescheid
Er weist keine Steuer aus, ist aber genauso verbindlich – wichtig etwa für Förderprogramme oder Elternunterhalt.
5. Feststellungsbescheid
Er betrifft nicht unmittelbar die Steuerberechnung, sondern bestimmte Grundlagen (z. B. bei mehreren Gesellschaftern).
Jeder dieser Bescheide kann und sollte geprüft werden.
Warum eine Anwaltskanzlei der richtige Ansprechpartner ist
Viele Mandanten glauben, der Steuerbescheid sei ausschließlich Aufgabe des Steuerberaters. Tatsächlich ergänzen sich Steuerberatung und anwaltliche Unterstützung ideal.
Vorteile anwaltlicher Expertise:
- Juristische Prüfung des Verwaltungsakts: Ein Steuerbescheid ist rechtlich ein Verwaltungsakt und er muss den strengen Vorgaben des Verwaltungsrechts entsprechen. Fehler in Form, Begründung oder Berechnung können zur Aufhebung führen.
- Strategische Beratung bei Einsprüchen: Ein Anwalt prüft nicht nur Zahlen, sondern entwickelt eine Argumentationslinie, die rechtskonform und erfolgversprechend ist.
- Vertretung gegenüber Finanzbehörden: Mandanten müssen nicht selbst argumentieren, Schriftwechsel führen oder Fristen überwachen.
- Vermeidung finanzieller Risiken: Ob Nachzahlung oder drohende Verzinsung: Juristische Expertise schützt davor, unnötige Kosten zu tragen.
- Begleitung bei Einspruch, Klage & FG-Verfahren: Wenn nötig, geht das Verfahren bis vor das Finanzgericht. Hier ist anwaltliche Vertretung unverzichtbar.
- Spezialwissen bei komplexen Fällen: Etwa bei Unternehmensstrukturen, Beteiligungen, Auslandssachverhalten oder Betriebsprüfungen.

Typische Fehler in Steuerbescheiden
Hier einige der häufigsten Punkte, auf die eine Kanzlei besonders achtet:
1. Falsche Übernahme von Einkünften
Fehlerhafte Lohnsteuerdaten, doppelt erfasste Werbungskosten oder nicht berücksichtigte Betriebsausgaben.
2. Nicht anerkannte Aufwendungen
Häufig bei:
- Fortbildungskosten
- Homeoffice
- Handwerkerleistungen
- außergewöhnlichen Belastungen
4. Zu niedrige Freibeträge oder Pauschalen
5. Fehler bei Immobilien & Vermietung
Abschreibungen, Modernisierungskosten, Umlagen.
6. Kapitalerträge und ausländische Einkünfte
Regelmäßig kompliziert – und fehleranfällig.
7. Familienbezogene Freibeträge
Unterhalt, Kinderfreibetrag, Betreuungskosten.
Wie eine Kanzlei Ihren Steuerbescheid prüft
Die Prüfung eines Steuerbescheids durch eine Kanzlei folgt einem klaren und strukturierten Ablauf. Zunächst wird der Bescheid formal geprüft, insbesondere im Hinblick auf die Rechtsbehelfsbelehrung und den ordnungsgemäßen Erlass. Anschließend erfolgt ein Abgleich mit der Steuererklärung, um zu kontrollieren, ob alle Angaben korrekt übernommen wurden.
Darauf aufbauend wird die steuerliche Berechnung analysiert, da automatisierte Verfahren Fehler enthalten können. Ebenso werden unklare, unvollständige oder geschätzte Positionen überprüft. Ergänzend bewertet die Kanzlei die aktuelle Rechtslage unter Berücksichtigung einschlägiger Rechtsprechung und Gesetzesänderungen. Auf dieser Basis wird eine passende Strategie entwickelt, etwa ein Einspruch oder ein Änderungsantrag, und der gesamte Schriftverkehr mit dem Finanzamt übernommen.
Was tun, wenn der Steuerbescheid eine hohe Nachzahlung enthält?
Ein Schockmoment für viele Betroffene. Doch Panik ist fehl am Platz. Wichtig ist:
- Zahlen Sie nicht sofort, sondern lassen Sie den Bescheid prüfen.
- Einspruch einlegen, falls Zweifel bestehen.
- Aussetzung der Vollziehung beantragen, wenn die Zahlung existenzbedrohend ist.
- Ratenzahlung oder Stundung kann möglich sein.
Wir fassen zusammen
Der Steuerbescheid ist keine reine Formalität. Er ist eine Entscheidung, die unmittelbare finanzielle Konsequenzen hat und die korrigiert werden kann, wenn sie nicht stimmt.
Wer seinen Bescheid professionell prüfen lässt, reduziert Risiken, vermeidet unnötige Kosten und gewinnt Sicherheit. Eine Anwaltskanzlei bietet dabei nicht nur steuerrechtliches Wissen, sondern juristische Argumentation, strategisches Vorgehen und Rechtsdurchsetzung – ein Vorteil, der gerade bei komplexen Fällen entscheidend sein kann.


